Was sich nicht rechnet, findet nicht statt

Wettbewerb im Gesundheitswesen: Was sich nicht rechnet, findet nicht statt (Leidner, Ottmar) Dtsch Arztebl 2009; 106(28-29): A-1456

“(..) Die Kehrseite des Wettbewerbs wird aber auch immer offensichtlicher: Alle Anbieter konzentrieren sich auf die einträglichen Felder, und diese ziehen weitere Investoren an, die Renditen erzielen wollen. Was sich nicht rechnet, findet nicht statt. Der Preiskampf führt zu ständigem Einsparungsdruck. Dadurch „verschlankt“ sich die Leistung und verschärft sich das Tempo bis an die Grenzen des Verantwortbaren. Daraus ergeben sich Risiken für die Patienten und die Ärzte. Wer das anmahnt, gilt als Jammerlappen. Man klagt nicht, man macht seine Arbeit – oder man geht, aber leise. 40 bis 50 Prozent der approbierten Ärztinnen und Ärzte landen heutzutage nicht mehr in der Klinik oder Praxis. (..)”

“(..) Letztlich geht es um das Verhältnis von Leistung und Gegenleistung. In der freien Wirtschaft ist dies im Idealfall ein fairer Kompromiss. In der Klinik wird die Balance dadurch gestört, dass die Leistung zwischen Arzt und Patient erbracht und die Gegenleistung zwischen der Verwaltung und der Krankenversicherung geregelt wird. Ärzte sollten sich als Anwälte ihrer Patienten ein klares Bild davon verschaffen, wie viel Gewinn ihre Klinik erwirtschaftet und wohin der Gewinn fließt. Sie brauchen diese Information für die täglichen Kompromisse und für schwierige Entscheidungen. (..)”

Leave a Reply