O2-Homezone und ihre Probleme
Wie viele andere Studenten auch, die über einen Netzwerkzugang verfügen und daher keinen Telefon-Festnetzanschluss benötigen, habe auch ich einen Genion-Vertrag von O2. Neben der Handy-Nummer bin ich so in einem garantierten Mindestradius von 500m um den von mir gewählten Homezone-Mittelpunkt unter einer Festnetznummer auf dem Handy zu erreichen.
Jedenfalls sollte es so sein.
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Inhalt:
1. Wie kommt das Häuschen ins Display?
2. Tonindikator einstellen
3. Homezone verbessern
4. Reale Homezonegröße (graphisch) und Megahomezone
5. Homezone für das ATW Göttingen (Karte)
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Meine Homezone ist schon ziemlich gross, reicht vom Real bis zur Eiswiese, darüber kann ich mich wirklich nicht beschweren, nur leider bin ich bei mir zu Hause, wo die „Home“-Zone ja eigentlich ihre volle Wirkung entfalten sollte, in über der Hälfte der Zeit nicht unter der Festnetznummer zu erreichen, was ich schon ziemlich ärgerlich finde. Außerdem erfüllt O2 damit nicht die Vertragskonditionen, die ich unterschrieben habe und für die ich monatlich zwei Jahre lang regelmäßig bezahle. Schon vor längerer Zeit habe ich deshalb mal bei der Kunden-Hotline von O2 angerufen und mir wurde als einziger Lösungsansatz vorgeschlagen, dass ein Techniker-Team zu mir nach Hause kommt und alles „vermisst“, falls jedoch dann der Fehler nicht bei O2 liegen sollte, müsste ich die gesamten Kosten tragen. Darauf hatte ich dann irgendwie keine Lust….
Mittlerweile bin ich etwas schlauer geworden, es ist wohl so wie bei der Deutschen Bahn, auch da muss man schon bevor man zum Schalter geht, um eine Fahrkarte zu kaufen, genau wissen, welchen Tarif man buchen möchte, weil man sonst bei zehn Anläufen zehn verschiedene Auskünfte bekommt, und der günstigste Tarif ist in keinem der Fälle dabei.
Jedenfalls habe ich nach eingehender Internet-Recherche nun ein bisschen mehr Einblick in die Vorgehensweise bei der Vergabe der Homezone erlangt und will das hier mal mit meinen einfachen Worten wiedergeben, soweit es mir möglich ist:
Über das gesamte Bundesgebiet verstreut befinden sich Sendemasten der Mobilfunkanbieter, in Stadtgebieten in höherer Dichte als in ländlichen Gebieten (Wer hätte das gedacht?!) und bei einem Ortswechsel hangelt sich das Mobiltelefon automatisch von einer Funkzelle zur nächsten, ohne dass man davon etwas mitbekäme. Jedesmal bucht sich das Handy beim Funksender ein und jedes neue Einbuchen wird in der Zentrale von O2 registriert.
Wie „erkennt“ nun aber O2, dass man sich in seiner Homezone befindet?
Immer, wenn sich ein Handy bei einem Sender einbucht, der sich in einem kreisförmigen Bereich rund um den Mittelpunkt der Homezone befindet, erscheint im Display dann mit einer gewissen Verzögerung das kleine Häuschen, das einem signalisiert, dass man nun zu „festnetzgünstgen“ Tarifen telefonieren kann. Ob dem jedoch wirklich so ist, kann man nie so genau wissen, da es in Ausnahmefällen passieren kann, dass sich das Mobiltelefon genau zu Gesprächsbeginn bei einem Sender mit besserer Empfangsleistung einloggt, der sich dann nicht mehr in der Homezone befindet, obwohl noch ein Häuschen angezeigt wird (Häufiger scheint jedoch der umgekehrte Fall einzutreffen.). Für die Gebührenberechnung zählt jedoch nicht das, was auf dem Display angezeigt wird, sondern einzig und allein die beim Server von O2 festgestellte Postition des Telefons bzw der Sendemast, über den sich das Handy zu Gesprächsbeginn mit dem System verbindet.
Wie kann ich sicher stellen, dass ich mich zu Gesprächsbeginn in der Homezone befinde?
Hierfür bietet O2 einen kostenlosen Dienst an, den sogenannten Tonindikator, bei dessen Aktivierung vor jedem Gespräch aus der Homezone eine kurze Ansage „Home“ ertönt. Bei Gesprächen außerhalb der Homezone entfällt diese Ansage. Da dieser Tonindikator von der Zentrale von O2 ausgeht und somit auf derselben Informationsbasis basiert wie die Gebührenberechnung, kann sich der Mobilfunkteilnehmer somit sicher sein, dass gerade Homezone-Tarif berechnet wird. Einziger mir bekannter Nachteil dieses Dienstes ist der (durch die Ansage) etwas verzögerte Gesprächsbeginn. Die Aktivierung des Tonindikators ist mittels der Kurzwahl 1414 (wählen, 1 – Kundenkennzahl – 5 – 12) aus dem O2-Netz kostenlos (ohne Gewähr!, Preistabelle).
Was tun, wenn man nun sicher ist, dass man “zu Hause” keine Homezone hat?
Da gibt es jetzt prinzipiell zwei Möglichkeiten:
Entweder man hat keinen O2-Empfang, sondern T-mobile oder überhaupt gar keinen Empfang (z.B. aufgrund baulicher Gegebenheiten). Dann kann man wahrscheinlich nicht viel machen, außer Tarifwechsel, umziehen oder irgendwelche anderen Maßnahmen zur Steigerung der Empfangs-/Sendeleistung.
Oder man hat zwar O2-Empfang, aber eben nicht Homezone-Tarif. In diesem Fall loggt sich das eigene Mobiltelefon offensichtlich bei einer Funkzelle von O2 ein, dessen Sender sich nicht im Radius der von O2 festgelegten Homezone befindet, z.B. ebenfalls aufgrund baulicher Gegebenheiten oder der „Überlastung“ der benachbarten, eigentlichen Homezone-Funkzelle wegen.
Ob dem so ist, kann man einfach herausfinden. Dazu sollte man wissen, dass jeder Funkmast von O2 seine eigene Position im modifizierten Gauss-Krüger-Koordinatennetz (näheres bei Harald Bögeholz) mittels Cell-Broadcast auf Kanal 221 überträgt und dass man diese Informationen im eigenen Handy anzeigen lassen kann, indem man den Nachrichtendienst aktiviert (bei den meisten Herstellern im Nachrichten/SMS-Menü). (Die zur Homezone gehörigen Senderkoordinaten sind auf der SIM-Karte gespeichert und mittels Vergleich mit den empfangenen Daten wird dann ein Häuschen im Display angezeigt oder eben nicht.)
Falls es nun der Fall ist, dass sich das Handy -obwohl im von O2 garantierten Bereich der Homezone befindlich- bei O2-Sendemasten einloggt, über die nicht mit Homezone-Tarif telefoniert werden kann, ist ein Anruf bei der Kundenhotline von O2 (für Offline-Vertragskunden aus dem O2-Netz kostenlos unter 0179-55222; ohne Gewähr!) fällig. Hier sollte man die Probleme schildern und die Koordinaten der Sender bereithalten, die den „Ärger“ verursachen. Gegebenenfalls wird dann ein „Update“ eingespielt, für das das Handy 72h lang eingeschaltet bleiben soll und bei dem die Anzahl der Homezone-Funkmasten erhöht wird. Dies sollte dann (hoffentlich) Abhilfe schaffen, damit man auch zu Hause Homezone hat.
Wie gross ist meine Homezone wirklich?
Wer an der wirklichen Größe seiner Homezone interessiert ist, kann die mittels Cell-Broadcast angezeigten Ziffern in eine geeignete Karte eintragen, um sich ein Bild von der Lage des Sendemasten zu machen, bei dem sich das Handy gerade einloggt. Wenn man sich nun aufs Fahrrad oder ins Auto begibt und mit seinem Handy und einer Karte durch die Umgebung der Homezone fährt, kann man schnell herausfinden, bei welchen Funkmasten man zu „Festnetz-günstigen“ Konditionen telefoniert und bei welchen nicht. So findet man auch schnell heraus, wie groß der von O2 gezogene Radius um den Homzone-Mittelpunkt ist: Alle Funkmasten außerhalb des Kreises gehören nicht zur Homezone, alle innerhalb gehören zur Homezone. (In Göttingen scheint O2 einen 3km-Radius zu verwenden.) Bei geschickter Wahl des Homezone-Mittelpunktes lassen sich so in Einzelfällen besonders große Homezones (sog. Megahomezones) ermitteln. Jedoch sollte man bedenken, dass O2 nur im 500m-Radius um den vertraglich festgelegten Mittelpunkt Homezone-Konditionen garantieren muss, daher sollte der Ort, an dem man auf jeden Fall Homezone benötigt, im Zweifellsfall innerhalb dieses 500m-Radiusses liegen.
Hier eine Karte des Homezone-Bereichs rund um das ATW in Göttingen.
Der kleine Kreis beschreibt den garantierten Homezone-Bereich (500m), der größere den von O2 verwendeten 3km Radius, innerhalb dessen alle Funkmasten Homezone-Tarife zulassen. Der grau schraffierte Bereich berschreibt die wahrscheinliche Fläche der realen Homezone. Die blauen Punkte (meistens drei) entsprechen Sendemasten von O2.
Zum Weiterlesen:
[1] Telefon-Zellen – Die Technik des Mobilfunknetzes von Viag Interkom
July 12th, 2006 at 12:13 am
wow, lange auf so viele infos gewartet. denn ich hab das selbe problem. das ist doch echt mal toll, du hilfst einem in (fast) jeder lebenlage
July 14th, 2006 at 5:04 pm
Ideale Beschreibung, jetzt kann ich wenigstens sicher sein, dass ich in der Homezone bin!
August 16th, 2006 at 11:51 am
Anmerkung: Ich habe mich an meinen eigenen Ratschlag gehalten und bei der Kundenhotline angerufen. Die Koordinaten des einen Nicht-Homezone-Sendemasten, der 3,5 km entfernt liegt und bei dem sich mein Handy daheim immer aufgrund des besseren Empfangs eingeloggt hat, habe ich durchgegeben. Die Dame am anderen Ende der Strippe wollte unbedingt zweimal zwölf Koordinaten haben, anders könne das Formular nicht an den Techniker weitergegeben werden. Okay, dann hab ich eben noch die Koordinaten eines anderen Funkmasten durchgegeben, bei dem ich immer Homezone hab. Mir wurde mitgeteilt, daß meine Homezone nun optimiert würde. Ein paar Minuten später gab´s dann noch eine Bestätigungs-SMS. Wenige weitere Minuten später hatte ich bei meinem vorherigen Problem-Funkmast auch Homezone. Entscheidend ist, daß dabei lediglich dieser eine Mast hinzugefügt wurde, sonst wurde nichts verändert, sprich: Meine Homezone ist nicht kleiner, sonder größer und besser geworden. Wie sie sein sollte.
Das war schon vor Wochen und seither bin ich sehr zufrieden mit O2.